Tag-Archiv für 'Web 2.0'

Viral Video Award 2010 gestartet

Viral AwardDer Viral Video Award geht in die dritte Runde. Auch in diesem Jahr suchen Zucker. und interfilm die besten viralen Videos. Der Award wird im Rahmen des 26. Internationalen Kurzfilmfestivals interfilm Berlin vom 16. bis 21. November 2010 verliehen.

Vom 7. Juni bis 11. September können Filme auf www.viralvideoaward.com für den Preis vorgeschlagen werden. Das können eigens für den Wettbewerb produzierte oder bereits existierende Videos sein.

Nach dem Einsendeschluss werden dem Publikum die 24 besten Filme auf viralvideoaward.com für einen Monat zum Voting präsentiert. Parallel und unabhängig davon wählt eine Fachjury die besten Spots aus. Neben dem Publikums- und dem Jurypreis wird in diesem Jahr erstmals der Award für das beste politische Viral verliehen. Preisgeberin ist die Heinrich-Böll-Stiftung.

Zur Einstimmung gibt’s hier noch mal das Gewinnervideo von 2009:

Der Viral Video Award auf Facebook: facebook.com/viralvideoaward

Did you know 4.0?

Anbei ein schönes Update zum allseits bekannten “Did you know: Shift happens”-Video von Karl Fisch.

via Chris und Spreeblick.

#iranelection – Nachrichtenlage zwischen Twittersturm und Zensur

Über das Potential des Web 2.0 wurde schon viel geredet, debattiert und spekuliert. Eines wird jetzt allerdings deutlich: Nach den Wahlen im Iran und den Folgeereignissen haben sich Twitter, YouTube und Twitpic als wichtige Informationsmedien endgültig etabliert.
Und nicht nur das, im persischen Ausnahmezustand haben diese Plattformen Schwergewichte wie CNN nachrichtentechnisch in den Schatten gestellt. Während die immer stärker werdenden Auseinandersetzungen und Proteste vergangenen Samstag noch an dem amerikanischen Nachrichtensender CNN “vorbeigingen”, wurde via Twitter bereits laufend unter dem Hashtag #iranelection über die Situation berichtet.
Natürlich, lange hat es nicht gedauert, bis dann die Medien ausgedehnt informierten – doch damit ist jetzt erstmal wieder Schluss. Der iranische Staat lässt die Muskeln spielen und hat Ausgangsverbote für Journalisten erteilt, Halim Hosny und Antonia Rados dürfen die Lage nur noch von ihren Zimmern aus beurteilen.
Auch in dieser Situation erweist sich das Web 2.0 als zensurresistentes Medium, denn während die Presse weitgehend mundtot gemacht wurde, twittern die Iraner fleißig weiter Texte, senden Twitpics und laden Videos auf Youtube – und geben der Öffentlichkeit damit Informationen zur Lage im Land. Zwar wurden Seiten wie twitter.com längst von der Regierung gesperrt, doch durch die Einrichtung neuer Proxyserver können die Iraner weiterhin das Netz und den Microblogging-Dienst entsprechend nutzen.
Bei aller Twitter-Euphorie darf man natürlich nicht vergessen, das die Verlässlichkeit dieser Nachrichten teilweise schwer nachzuprüfen sind, längst hat die iranische Regierung linientreue Tweeter aktiviert, die gezielt Fehlinformationen streuen. Und dennoch, vorbei sind die Zeiten, wo man Social Media als nette Kommunikationsspielerei bezeichnete. Nichts macht die Bedeutung des Web 2.0 in diesen Tagen so deutlich, wie dieses Bild:

Maus

Twitter-News in Echtzeit gibt es unter: iran.twazzup.com
Live-Blog zum Thema: huffingtonpost.com

Dokumentation “Us Now”: Die (Neu)-Ordnung der Gesellschaft im Netz

Das Web 2.0 bietet völlig neue Möglichkeiten für seine Nutzer. Die Menschen nehmen aktiv an der Gestaltung des Mediums teil, tauschen sich aus und arbeiten über das Internet zusammen. Dass diese Entwicklung natürlich auch für Konsumenten gilt, hat kürzlich die PARKO-Studie von Zucker. herausgestellt.
Banyak Films hat nun eine 60-minütige Dokumentation veröffentlicht, die anhand anschaulicher Beispiele deutlich macht, welches Potential das Web 2.0 bietet. Vom Fussball-Verein, der online von den Fans gesteuert wird, hin zu Müttern, die sich im Netz gegenseitig Tipps zur Erziehung geben: Mittlerweile kann sich jeder im Netz einbringen. Welchen Einfluss die User dabei auch auf die Politik haben können, wird in “Us Now” verdeutlicht:

Us Now from Banyak Films on Vimeo.

(via)

Eine aktuelle Zucker.-Studie und die Macht des Web 2.0

In den letzten Jahren hat sich das Internet deutlich verändert. Von einem tendenziell rezeptiven Informationsmedium wandelte sich das Netz hin zu einem breiten interpersonalen Kommunikationsmedium, dass über zahlreiche Kommunikationskanäle verfügt. Die Zeiten der “Ich nutze nur die E-Mail, um im Internet zu kommunizieren”-User sind vorbei – im Zuge dieser Entwicklung des Web 2.0 werden immer mehr Rezipienten zu Kommunikatoren, das Internet gewinnt ungemein an Dynamik.

Auf Grundlage dieser Entwicklung konnte Zucker. einen neuen Konsumenten-Typus identifizieren, dessen Einfluss und Kommunikationsreichweite immer bedeutsamer wird.
Die Rede ist von den Partizipativen Konsumenten (PARKOs), die eine Schnittmenge aus intensiven aktiven Web 2.0-Usern und der LOHAS-Zielgruppe (Lifestyle of Health and Sustainability) bilden. Konkret sind PARKOs aktive Marktteilnehmer, die nicht nur bewusst konsumieren, sondern auf Basis ausgeprägter Nutzung des Internets aktiv und kritisch auf die Kommunikationsarbeit von Unternehmen und Marken reagieren.
Ergebnis der im Auftrag von Zucker. durchgeführten repräsentativen Studie ist, dass 21% der Bevölkerung den PARKOs zugeordnet werden kann. Ein Großteil (80%) dieser Gruppe fordert nicht nur Offenheit von Unternehmen für Verbrauchermeinungen und Kritik, sondern echte Dialogfähigkeit.
En detail sind die Ergebnisse der Studie hier einzusehen:

Deutlich wird, dass sich ein signifikanter Teil der Internet-Nutzer aktiv und kritisch and der Kommunikation im öffentlichen Cyber-Raum beteiligt. Welche Dynamik sich dabei im Web 2.0 entwickelt und welches regulative Potential diese Community hat, machen folgende Beispiele deutlich:

Auf der Webseite abgespeist.de werden Nahrungsmittel vorgestellt, die laut Hersteller und Werbebotschaft besonders gesund sein sollen. Foodwatch, der Betreiber von abgespeist.de präsentiert auf der Seite allerdings solche Produkte, bei denen Realität und Werbeversprechen weit auseinandergehen und der Konsument schlichtweg belogen wird. Besucher von abgespeist.de können dann ganz in Web 2.0-Manier vorgefertigte Beschwerde-Mails an die entsprechenden Hersteller senden, die Seite direkt Freunden weiterempfehlen oder Infoflyer, Videos und Banner herunterladen.
Erste Erfolge stellen sich bereits ein: Nach einer Protestwelle nahm Eckes-Granini die Bezeichnung “Gesunder Durstlöscher” von der Verpackung des Getränks Fruchttiger. Der Fruchttiger ist nämlich alles andere als gesund – vielmehr zerstört der Saft bei täglichem Konsum den Zahnschmelz – dem Fruchttiger ist neben natürlicher Fruchtsäure Citronensäure (E330) beigemischt.

Ein anderes Beispiel: Markus Beckedahl veröffentlichte auf netzpolitik.org ein internes Memo zur Mitarbeiter-Rasterfahndung der Deutschen Bahn. In der Folge mahnte die Bahn Beckedahl ab, forderte eine Unterlassungserklärung von dem Blogger und berief sich dabei auf den §17 UWG und den Verrat von Geschäftsgeheimnissen. Die Abmahnung stellte Beckedahl ebenfalls auf seinen Blog. Der Effekt zeigt einmal mehr, welchen Einfluss die aktiven User im Netz haben: Nach einer gigantischen Solidarisierungswelle gelang das Thema auch in die Mainstream-Medien. Der Vorfall wurde heiß diskutiert, manche sahen im Verhalten der Bahn sogar einen Angriff auf die Pressefreiheit. Mit so einer Resonanz hatte die Bahn nicht gerechnet und durch ihr Handeln einen ungewollt gegenteiligen Effekt hervorgerufen: Durch die Abmahnung wollte man das Thema schnell vom Tisch haben, doch gelang es erst dadurch in die Öffentlichkeit. In der Folge verzichtete die Bahn auf juristische Schritte gegen Beckedahl.

Sowohl die Zucker.-Studie wie die Beispiele machen deutlich: der Internet-Nutzer wird immer aktiver und kritischer – und trägt damit zu einer offenen und transparenten Kommunikationsgesellschaft bei, die zunehmenden Einfluss auf Unternehmen und deren Kommunikationsgebahren hat.